Hinter Hengen

Der überwucherte Hügel

Gerste und Hafer sprießt auf den verlassenen Feldern zwischen Disteln und Kräutern, nicht weniger als auf dem Weg. Generationen von Hengenern haben ihn ausgetreten, nach Schneeschmelze und Regen immer wieder befestigt, daß Wanderer wie Fuhrwerk nicht im Morast steckenbleiben. Stroh und Bohlen ragen hier und da noch aus dem Boden, jetzt mehr Hindernis denn Ebnung.
Dann ein Schwertgriff, geborsten, ohne Klinge. Abseits vom Weg ein paar runde Steine - Steine? Fetzen von Kleidung, eine zerbrochene Waffe, ein paar Knochen. Und die runden Schädel, an zweien hängt noch Haar. Kein Zeichen, zu welcher Seite sie gehörten, wann sie hier starben und warum.

 

Der Hauptweg führt um den Hügel herum, ein kleinerer auf ihn hinauf. Dichte Hecken und düsteres Gestrüpp hüllen die Anhöhe völlig ein.
Hangaufwärts ist ein überwachsener Pfahl zu erkennen, daneben ein weiterer, beide tragen die Reste zerbrochener Räder.
Dahinter liegen Dunkelheit und Stille.

Es ist müßig, hier weiterzugehen. Wozu auch? Die Düsternis unter den Büschen und Schlingreben ist etwas unheimlich, und Schätze sind hier nicht zu erwarten auf dem Boronsanger der Hengener.

[ Meisterinfo: Frieden über Hengefeldt ]

Zurück führt der Weg, vor die Tore Hengens, oder hinauf, hinauf ins Niemandsland und in die Schwarzen Lande.

Hoch

Impressum -- Text © 2002-2007 Friederike Stein und Marianne C. Herdt, Tübingen. Graphik, Layout © M. C. Herdt. Illustration © 2002 Marianne C. Herdt. Letzte Änderung: 2007-07-30