Die K. feiern gern, vor allem im Kreis der
Familie oder
Sippe.
Allerdings heißt es auch: «Einmal feiern und dreimal fasten.» Man erzählt gerne, von eigenen (ausgeschmückten) Erlebnissen bis zu altbekannten Sagen.
Ein guter Geschichtenerzähler wird zu den
Artifexen gezählt.
Kraft- und Geschicklichkeits-, aber auch Brett- und Würfelspiele sind beliebt.
«Erst die Arbeit, dann das Spiel!» ist eine häufige (und häufig mißachtete) Mahnung.
Besonders beliebt sind die Kuh-Kämpfe und vor allem Rinder-Rennen ("Boskurse" (Ez. der Boskurs) bzw. "Bukurre" oder "Bovirien" (Ez. Boviria).
(bos/boves = Rind/er, cursus, curriculum = Rennen, currere = rennen, equiria = Pferderennen).
Zu solchen Ereignissen kommen stets mehrere
Familien, oft mehrere Sippen zusammen.
Auch zwischen verfeindeten Sippen hat in solchen Zeiten Waffenstillstand zu herrschen.
(Wie weit dieser eingehalten wird, sei dahingestellt.)
Bei den Rinder-Kämpfen (bospar.: pugnae bovinae, p. bovillae, p. boum) treten meist Jungkühe (Färsen, iuvancae/buculae) und ältere Kühe (vaccae pugnaces, "taurae", vaccae ad pugnam), selten Jungstiere (Farren, iuvanci/buculi) oder Stiere (tauri) gegeneinander an.
Dabei kann es durchaus zu ernsten Verletzungen und Tod der Tiere kommen.
Oft geraten besonders die Jungrinder in eine Art Kampfrausch (alacritas pugnandi), in dem sie auch den Menschen gefährlich werden.
Es kam schon vor, daß nichts anderes übrigblieb, als die Siegerin oder den Sieger zu töten.
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Bei einem Bukurr laufen teils freie, meist aber gerittene Buculen und Iuvenken (also Jungrinder) auf kurzen Strecken um die Wette. Als "Rennbahn" dienen Plätze vor großen Aulen, Weiden oder abgeerntete Äcker. Wie weit das Rennen geht und ob womöglich Hänge oder gar Hindernisse überwunden werden müssen, hängt von den lokalen Gegebenheiten ab. Es gibt traditionelle "Rennstrecken", die allen Sippen im Umkreis als "Anfängerfeld", Bahnen normaler Klasse oder aber als gefürchtete Prüfungen bekannt sind. Und gewettet und getrickst wird natürlich auch ...
Die bovinen Siegerinnen und Sieger der Rennen und Kämpfe werden «Regina» (Königin) bzw. «Rex» (König) genannt. Vor allem mehrfache Siegerinnen und Sieger werden aber gern zu Zuchtkühen und -bullen gekört und dann «Ranja» und «Bosper» genannt. Jede Familie, die etwas auf sich hält, hat eine Ranja oder einen Bosper im Stall stehen. Parallelen zur menschlichen Mater und dem Pater sind durchaus nicht ehrenrührig. Die Milch der Ranja ("Heroenmilch", auch: «Lakranja» (lac Ranjae), frisch oder gesäuert) gilt als besonders stärkend und heilbringend und ist oft Auguren, besonderen Gästen oder Pater und Mater vorbehalten.
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