Vor allem untereinander sind die K. leidenschaftlich, im guten wie im schlechten Sinn. Gefährten- und Familienliebe und -loyalität gehen dem K. über alles, heftige Streits (selbst Messerstechereien) sind allerdings ebenso (fast) an der Tagesordnung, besonders bei Sippentreffen und den beliebten Rinder-Rennen.
Freundschaften (Ez.
amicitia, amicus/-a = Freund/in) werden nicht leicht geschlossen, halten dann aber meist ein ganzes Leben lang.
Befreundete K. können einander oft und heftig kritisieren, meist jedoch nur unter vier Augen.
In jedem Falle würden sie ihr Leben füreinander geben.
Daneben gibt es noch das «Fiduzit» (fiducia sit = etwa: es herrsche zuverlässige Sicherheit, "Vertraue darauf!"), eine Art Pflicht- oder Vernunft-Freundschaft (und zugleich die Formel, mit der einen solche geschlossen wird).
Das F. kann immer nur zwischen zwei Individuen geschlossen werden, dann aber sogar zwischen (vormaligen) Feinden gelten, etwa wenn einer dem anderen ehrenhaft das Leben gerettet hat.
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Wahr- und Ehrenhaftigkeit sind den K. immens wichtig. Allerdings ist ihre Auslegung zuweilen recht phexisch, paart sich mit Bergbauernschläue, oder sie gelten "Fremden" gegenüber nur beschränkt. Zum Teil hat sich daher der Eindruck verbreitet, die K. seien "verschlagen", "hinterlistig" oder "unzuverlässig".
Nicht weniger Wert legen die K. auf ihre Freiheit. "Lieber tot als Sklave" gilt zwar nicht für jeden K., aber lebenslange Leibeigenschaft oder gar Sklaverei ist dem normalen K. unerträglich. Sehr empfindlich reagieren die K. daher auch auf Adelsallüren und Versuche, sie ohne Gegenleistung irgendwelchen mittelreichischen (oder sonstigen "fremden") Herren untertan zu machen.
Bodenständigkeit, Ahnenverehrung und Bergbauernstolz können allerdings auch in rigiden Traditionalismus, Machtanspruch oder Engstirnigkeit umschlagen. Ohnehin sind Kolonier eben auch nur ... Menschen.
1: Irdisch war das «Fiduzit!» Antwortteil eines burschenschaftlichen Trinkspruches. (Qu.: Fremdwörter-Duden 1960).
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