Die Kultur der K. geht geschichtlich auf Güldenland bzw. das Bosparanische Reich vor dem Zwölfgötter-Edikt zurück. "Mittelreichisch" geprägte K. haben sich zwar inzwischen an den Zwölfgötterkult angepaßt, die vielen traditionellen Götter, Geister, Heiligen usw. sind in ihrem Glauben und ihrer Weltsicht aber immer noch präsent und spielen eine größere Rolle als bei den meisten anderen Neureichern.
Neben den aus dem Güldenland "mitgebrachten"
Göttern, Heroen und Ahnen opfern die K. auch trollzackischen, tulamidischen, sogar echsischen, orkischen und goblinischen
Gottheiten sowie
Berggeistern,
Quellnymphen usw., deren Macht in den
Trollzacken unverkennbar ist.
Halbgötter werden je nach ihrer Abstammung (s. u.) zu den Göttern,
«Tutelen» und
«Penaten» oder aber zu den
«Heroen»,
«Laren» und
«parentes» (Ahnen) gezählt.
Auch
Riesen,
Trolle oder
Drachen werden von manchen Familien oder Sippen angerufen oder verehrt, manchmal sogar
Dämonen.
Dabei sind echte
Paktierer und reine
Dämonenanbeter selten unter den K..
Eher wird es geschehen, daß nach der Besänftigung eines Dämons gleich auch noch eine "gute" Gottheit um Beistand und Schutz gebeten wird.
Eine große Rolle in der Religion der K. spielen Opfer bzw. Weihegaben, Segnungen und Weissagungen.
Für deren korrekte Durchführung sind die
«Auguren» zuständig.
Bei wichtigen Angelegenheiten schrecken die K. auch vor Menschenopfern nicht zurück.
Dabei gelten
Serviten nicht höher als mindere Haustiere.
Ein echtes Menschenopfer muß aus der Sippe selber stammen und möglichst freiwillig gebracht werden.
Ob das Opfer sich selbst umbringt, von Auguren oder in einem Certamen, "Opferkampf", getötet, einem Drachen als Futter dargebracht oder auf andere Art geopfert wird, kommt auf die jeweilige Situation und deren Einschätzung durch die Auguren an.
Vor oder neben jeder Aul steht die «Kolune», die Göttersäule (columna = Säule), aus Stein oder Holz, in die Symbole und Abbilder der besonders verehrten Götter (Geister, Ahnen, ...) sowie das Zeichen der Sippe eingemeißelt oder -geschnitzt sind. Diese Kolune ist meist Mittelpunkt von Familien- oder Sippenfesten, Opferriten, Segnungen etc.
Daneben hat jede Aul ihre speziellen
Altäre,
Schreine und
Kapellen, größere Aulen können regelrechte Schrein-Bezirke oder sogar einen kleinen
Tempel oder
Heiligen Hain o. ä. auf ihrem Areal haben.
Ein großer Teil des Schmucks und viele Verzierungen an den Kleidern der K. sind zugleich «Amulette» (amuletum = Amulett, Talisman, Schutzzeichen). Die wertvolleren sind Erbstücke von «Ahnen», schwache magische Schutz-Artefakte oder gesegnete/geweihte Gegenstände. Die übrigen sind von Laien angefertigte Symbole, Muster usw., die nach dem Motto: »Kann nicht schaden und sieht auch noch schön aus« so ziemlich überall angebracht werden.
Tote werden verbrannt, erst dann ist die Seele wirklich frei und kann zwischen Göttern und eigenen Nachfahren vermitteln. Der Leichenbrand wird sorgfältig gesammelt, zermahlen und in einer Urne aufbewahrt. Urnen weniger bedeutender Ahnen werden in familien- oder sippeneigenen Begräbnishöhlen untergebracht, wichtigere Ahnen in Schreinen oder Kapellen der jeweiligen Aul oder sogar in Wandnischen im Atrium.
Impressum -- Text © 2004-2007 F. Stein und M. C. Herdt, Tübingen. Graphik, Layout © M. C. Herdt. Letzte Änderung: 2007-12-30