Die Kleidung der Kolonier

Die Kolonier kleiden sich "konservativ mittelreichisch". Im Alltag bevorzugen sie praktische, robuste Kleidung, die in Wald und Gebirge möglichst wenig behindert, aber guten Schutz gegen die jeweilige Witterung bietet.

Als Oberkleid dient Männern wie Frauen eine längere oder kürzere Tunika. Je nach Anlaß, Jahreszeit und Vermögen ist diese sehr einfach und schmucklos oder aus gutem Stoff, mit Stickereien, Borten und Pelzstreifen verziert. Dazu tragen die Frauen meist Röcke («Tockeln», togulae) (oder auch Hosen oder eine lange Tunika als Kleid), die Männer Hosen («Bracken», bracae) (oder auch nur die - dann etwa knielange - Tunika).
Die «Auguren» (Priester, Heiler und Gelehrte) tragen meist lange Tuniken und Mäntel. Kinder tragen meist nur eine knapp knielange Tunika.

Unterkleidung wird meist nur im Winter oder unter Tuniken aus gutem Stoff getragen. Diese Hemdchen, Hosen, Leibbinden oder Schurze aus weichen, meist ungefärbten Woll- oder Leinenstoffen werden auch «Ineffabeln» (ineffabilis = unaussprechlich) genannt. Es ist weniger unschicklich, sich nackt, als in «Ineffabeln» zu zeigen!

Als Mäntel sind kurze, aber weite Umhänge aus Schaffell («Ovillen», pellis ovilla, je nach Wetter mit Fellseite nach innen oder nach außen) verbreitet, pelerinenartige Stoff- oder Lederumhänge («Mantillen») oder aber lange, weite Umhänge («Pallen», Ez. «Pall», pallium), ein «Lodix» (Umhang-Decke, eigentl. Bett-Überdecke) oder eine «Lazerne» (Kapuzenmantel, lacerna) aus kräftigen Stoffen, die notfalls als Decke oder sogar kleines Zeltdach dienen können. Dazu werden je nach Wetter festsitzende Kappen («Galen», galerus), Gugel («Kukulle», cucullus), Kopftücher oder ähnliches getragen.

Das Schuhwerk (calcei, calciamenta) wird je nach Bedarf und Jahreszeit gewählt: von barfuß («pedinud» oder «in Pedinuden gehen», pedibus nudis) bis zu festen Stiefeln («Kalicken», caligae). Sommers oder im Haus werden gerne Sandalen (sandalia, auch «Kreppen», crepidae) aus Lederriemen, Binsen oder Strohgeflecht getragen.

Gurte und Gürtel sind meist kräftig und mit vielen Taschen, Schlaufen und Haken versehen. Sie werden gerne mit Metallbeschlägen, Schmuckgeflecht u. ä. verziert.

Schmuck aller Arten und Materialien wird von beiden Geschlechtern gern und viel getragen, alltags jedoch oft unter der Kleidung oder in Beuteln verborgen oder ganz abgelegt, um nicht bei der Arbeit zu behindern oder beschädigt zu werden. Dabei ist die Grenze zu Amuletten oder Talismanen fließend.
   Ebenso gern werden bunte Bänder und Stoffe getragen, die Alltagskleidung ist allerdings wiederum meist "erdfarben" und unauffällig.

Typisch vor allem für Mantillen, Pallen, Lodixen und Lazernen sind Wollstoffe mit Zickzack- oder Wellenmustern, die im Flachland zum »Darpatischen Fischgrättuch« wurden. Jede Sippe hat dabei ihre eigenen Form- und Farbkombinationen, die von den einzelnen Familien wiederum variiert werden. Allerdings werden solche Tuche und Kleidungsstücke gerne als Geschenk ausgetauscht oder Muster von befreundeten Familien übernommen, so daß sie kaum als Zeichen der Sippenzugehörigkeit gewertet werden können.

Sippenzeichen werden nur selten offen an der Kleidung getragen. Eher werden sie an den "Göttersäulen" der Weiler und Höfe oder an Besitztümern oder Waren angebracht. Ansonsten kennt man einander, oder man stellt sich mit vollem Namen vor. (Dann kommt es entweder zur freudigen Begrüßung oder zum Kampf. Wozu Zeichen?)
   Familien, die sich zur mittelreichischen Kultur gehörig fühlen oder viel mit "Flachländern" zu tun haben, nutzen ihre Sippenzeichen allerdings häufig als Wappen. Daher sind in den [lex8x10.gif]Darpat-Landen auch Bürgerwappen weit verbreitet.

Siehe auch Rüstung und Waffen.

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